swing batta swing

Monat

Juni 2013

2 Einträge

Die möglicherweise beste Profilseite im deutschen Web

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Anstatt peinliche Websites vorzuführen, möchte ich hier mal eine richtig gute Website präsentieren. Es ist www.peterwittkamp.de - eine simple Profilseite ohne viel Schnickschnack aber perfekt im Sinne der Sache. Der Texter gehört ausserdem als @diktator völlig zurecht zur deutschen Favstar-Mafia. Denn er ist gut. Warum finde ich Peter Wittkamps Profil-Seite so toll?

1. Sein Profil startet als “Eisbrecher” mit einem die Branche ironisierenden Cat Content. 

2. Er kann kurz. Sein Lebenslauf hat mit nur 140 Zeichen exakte Tweet-Länge. 

3. Als Video-Portrait dient “die Geschichte eines Tweets” vom Elektrischen Reporter. Das ist als Arbeitsprobe so viel besser als hohle Selbstanpreisung.

Jun 16, 20131 note
#Selfmarketing #selfbranding
Eisern gegen das Tumbleweed bloggen

Zugegeben: Die Idee des Bloggens unter kumpelhaften Gruppendruck und der ‘Strafe’ eines gemeinsamen Biergelages… Iron Blogging hat was. Und so wie ich selbst keine verwaisten Blogs im RSS-Feed mag, so will ich auch meine 5 Leser nicht enttäuschen. Ein Blogpost pro Woche war schliesslich mal meine selbst gesetzte Latte für swingbattaswing. So handhaben das wohl auch die Iron Blogger in Berlin, Stuttgart oder Hamburg. (Was geht eigentlich mit Frankfurt?) Iron Blogging müsste also auch für mich zu schaffen sein. Allerdings merke ich gerade: Sobald sich ein paar Alltagskoordinaten verschieben (gutes Wetter, die Buchmesse kütt, Trennung von Partnerin) reisse auch ich diese Latte. Egal. Dann zahle ich halt ins Schweinderl ein und finanziere die nächste Runde.

tl;dr: Ich wäre beim Iron Blogging dabei. Nur wer oft schreibt, schreibt gut. Lasst uns gemeinsam gegen das Tumbleweed in der Blogossphäre bloggen.

(Gif via zinepolice)

Jun 12, 20132 notes

Mai 2013

5 Einträge

Die Frühjahrsfigur von Petra Gerster im Social TV

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Es gibt eine ätzende Unduldsamkeit der Internetfreunde mit dem Fernsehen. Besonders mit den Öffentlich-Rechtlichen; quasi der DDR unter den Medien. Diese seien zu altbacken, hierarchisch organisiert, unflexibel usw.usw. Heute sah ich zufällig das interaktive Format “heute plus” und möchte hier als Internetfreund einmal das ZDF loben. (Diese Sendung läuft direkt nach “heute” online sowie im ZDFinfo-Kanal. Zuschauer können per Chat oder auf Twitter via #heuteplus ihre Fragen schicken.) Heute war die Krise in Frankreich das Thema und Paris-Korrespondent Alex von Solbeck wurde dazugeschaltet. Dieser beantwortete u.a. Fragen zur Hässlichkeit französischer Autos und zur Vergleichbarkeit mit dem Italien-Fail-State. Vielleicht liegt es an der Nischigkeit des Formats. Oder daran, das es nicht fürs klassische ZDF-Klientel und entsprechende Quoten-Erwartungen gemacht ist. Aber es tat so gut, einmal ein politisches Thema ohne News-Dreizeiler-Vorgabe oder Talkshow-Sprech im TV zu sehen. Die Sendung wirkte eher so als sässen die Moderatoren direkt nach “heute” nochmal angeregt ins Thema vertieft in der ZDF-Kantine. Sogar eine Nachfrage zu Petra Gersters schlanker Frühjahrsfigur schaffte es in die Sendezeit. Auf die prompt getwitterte Kritik anderer User antwortete eine ZDF-Redakteurin:

@thehamster44 So ist es eben im Chat. Bei #heuteplus darf man auch sowas fragen ;)

— Kristina Kaiser (@kaiser_kristina)

31. Mai 2013

Das ZDF im Jahre 2013: Zumindest in einigen Nischen gibt es das, dieses sagenumwobene Social TV.

May 31, 20130 notes
#social tv
Blogparade: "Die Neuen" in der Buchbranche

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Zuerst wollte ich Faultier nur auf meinen alten Tigerenten-Artikel über den “Buchbranchennachwuchs” verweisen. Aber für die aktuelle Blogparade zu diesem Thema sollte es dann doch etwas Neues sein. Wie wäre es mit einem Nachwuchs-Tipp, den ich von @buchkolumne aufgeschnappt habe? Einfach mal gucken, was der Lieblingsverlag noch nicht auf dem Schirm hat. Und dann dazu ein Konzept als Aufhänger für die Bewerbung schreiben. Vielleicht fehlt dem sonst so hippen Manga-Verlag einfach jemand, der das Thema App konstruktiv angeht? Und braucht der Polit-Verlag nicht längst einen Community-Manager der das Feedback im Social Web bearbeitet? Und warum ist die Website des Kunstverlags so grottenhässlich, vom dysfunktionalen Online-Shop ganz zu schweigen? Sowas muss in der Bewerbung natürlich höflich und lösungsorientiert angesprochen werden. Aber meine Erfahrung beim Austausch mit Verlagsmitarbeitern (zB beim Pub’n’Pub) ist die: “Die Zukunft ist hier. Sie ist nur noch nicht gleichmäßig verteilt.” Ok, das ist ein Zitat von William Gibson. Aber tatsächlich gibt es in der Verlagswelt - wie überall in der Wirtschaft - riesige Unterschiede beim Umgang mit den digitalen Herausforderungen. Während die einen Verlage an transmedialen Storyverses basteln, wären andere schon froh, wenn der Nachwuchs für sie twittern oder eine moderne CMS bedienen kann. Das sind nur Beispiele. Aber die Verlage stellen sich heute alle neu auf - und genau das sollte die Next Generation ausnutzen.   

May 26, 20131 note
#buchbranche
Hipster kills the Szenetypen-Star

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“ICH KANN DIESE TYPEN NICHT MEHR SEHEN”, twitterte die Bloggerin Maike Hank während des ESC-Auftritts von ByeAlex. (Leider wurde der Tweet entfernt.) Sie meinte augenscheinlich seinen Hipsterlook und ich kann sie verstehen: Ich war in den letzten Monaten auf HipHop-Indie-Electro-undsoweiter-Parties - aber statt der jeweiligen Szenetypen sah ich nur noch….Hipster. Überall. Aber meine Erwartung, auf einer Hip Hop-Party auch typische “Hip Hopper” zu treffen ist 90er-Denke. Denn fixe Bindungen an ein einziges Musik-Genre sind angesichts der gespotifyten Verfügbarkeit sämtlicher Genres obsolet.

“Früher gab es viel stärker definierte Subkulturen. Jetzt fließen modische Trends fast unmerkbar ineinander über. Und aus den Subkulturen ist ein Mega-Hipster-Brei geworden. (…) Wo jeder zum Kurator wird.” (Quelle: Printausgabe “Zehn Jahre New Thinking”.)

Hipster als Kuratoren und Trüffelschweine? Tatsächlich erzählte mir ein DJ, das von jungen Menschen mit Brillen-Brillen und Stoffbeuteln immer die delikatesten Musikwünsche kommen: Entweder etwas sehr Altes und Rares, wie z.B. Jesus & Mary Chain auf einer Indie-Party. Oder es wird nach einer blutjungen Band gefragt, die nicht einmal VICE-Praktikanten kennen. Auf der nächsten Reggae-Party wollen die gleichen Hipster dann uralten Ska oder Electro-Dancehall von Major Lazer. Uff. Neben soviel individueller Selektion und Genre-Hopping wirken klassische Szenetypen wie Stammwähler von Volksparteien: Berechenbar und “von früher”.

May 20, 20134 notes
Wenn du nicht unter einem Stein gelebt hast... #rp13

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Vielleicht ist es ja eine deutsche Eigenheit, dass der Begriff “Mainstream” so negativ besetzt ist. Ich benutze ihn jetzt mal als Lob: Diese re:publica war für mich viel mehr “Mainstream” als frühere Konferenzen. Denn sie hatte einen höheren Frauenanteil, ein breiteres Themenspektrum (Kindererziehung! WTF!) sowie eine unglaublich professionelle und dennoch warmherzige Orga. Vielleicht hatte ich deswegen so schnell das Gefühl mit den anderen mitzuschwimmen… mitzuschwimmen im Strom der Sessions und spontan angedockten Gespräche. Das war bei meiner ersten re:publica 2010 anders: Damals hatte ich nur einen beruflichen Twitter-Account, keinen eigenen Social Graph und noch nicht mal ein Smartphone zum #rp10-Twittern. Strukturell nicht anschlussfähig. Außerdem schien die Konferenz nur aus unnahbaren Ur-Bloggern sowie aus Geeks mit kryptisch beklebten Laptops und c-base-Stammplatz zu bestehen. Nicht falsch verstehen: Ich schätze die Ur-Blogger und Geeks so sehr - ohne sie gäbe es keine Netzgemeinde digitale Öffentlichkeit in Deutschland. Aber man konnte sich damals schnell ausgeschlossen zu fühlen. Dieses Jahr sprach ich nicht nur mit den klassischen SocialMedia-IT-Startup-Internetfreunden. Sondern auch mit Leuten aus Fachverlagen, Bildungssektor oder Versicherungen. Kein Wunder: Wenn du (und dein Arbeitgeber) die letzten 3 Jahre nicht unter einem Stein gelebt hast - dann hat sich auch deine Arbeit irgendwie digitalisiert. Und für den Austausch darüber sowie neue Inspirationen ist die re:publica jetzt der größte Treffpunkt. Fazit: Digitalisierung goes Mainstream - so #rp13 does. Gut so.

Haar-in-der-Suppe-Anmerkung: Die Mainstreamisierung hat vielleicht doch einen Nachteil. Der What-The-Fuck?!-Faktor in den Sessions hat gelitten. Früher erfuhr ich dort vom Gründer von Pirate Bay & Flattr was Micropayment überhaupt sein könnte. Awesome, awesome, awesome. Oder erst Gunter Dueck mit seiner 2011er-Session! Heute reissen mich Erkenntnisse, wie das Daimler in Smart Cities investiert oder Politik-Statistiker auch Bushido-Tweets auswerten nicht mehr vom Hocker. Aber darum geht es vielleicht auch gar nicht mehr.

May 09, 20131 note
#rp13
Wenn die Blogparade zur #rp13 ruft...

….stehe ich stramm und leiste auch meinen 3-Fotos-Beitrag. Warum, wieso, weshalb steht hier.

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May 03, 20130 notes
#rp13 #rpStory13

April 2013

4 Einträge

5 deutsche Kulte, die digital lähmen

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1. Kult um Trennung in Berufliches & Privates

Dienst ist Dienst, Bier ist Bier. Fürs berufliche Networking nutze ich XING. Auf Facebook bin ich incognito und nur für meine Freunde sichtbar.

2. Kult um Privatsphäre & Datenschutz

Wo ich arbeite, was ich für Freunde & Hobbies habe, geht niemanden was an. Schon gar nicht diesen US-Konzern…

3. Kult um das perfekte, fertige Arbeitsergebnis

Das kann man nicht einfach so machen. Und wer garantiert mir denn, dass es nicht so scheitert wie 2009 als wir Projekt YX starteten?

4. Kult um die Etabliertheit

Ach, dieses XY ist doch nur so ein kurzer Hype. In ein paar Monaten kräht kein Hahn mehr danach.

5. Kult um Trennung von Spass und Ernst

Dieses XY ist ja ein ganz lustiges Spielzeug. Aber jetzt lasst uns wieder an einem ernsthaften Geschäftsmodell arbeiten.

Foto: Rechte vorbehalten von Bernhard Benke

Apr 30, 20137 notes
#Deutschland
Warum auch seriöse Journalisten die Katze streicheln können

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Journalisten und PRler teilen das gleiche Ziel. Sie möchten ihre Inhalte gerne weit verbreitet wissen. Und seit Leser nicht mehr nur passive Empfänger sondern auch Sender sind reden alle von “Viralisierung” und “Memes”. Mit Buzzfeed gibt es in den USA eine Newsplattform, die den “memetischen” Gedanken komplett verinnerlicht hat. Auch wenn es bedeutet, das dort 2012 auf Knopfdruck alle Wahlkampf-News in Katzenbilder umgewandelt werden konnten. Warum Buzzfeed aber auch investigativ arbeitet und selbst seriöse Journalisten mal den Cat Content die Katze streicheln können erklären diese beiden Herren: Gunnar Sohn beleuchtet das Thema Buzzfeed & Memes unter dem Aspekt des Kontrollverlustes von Medienhäusern. Der Marken-Experte Patrick Breitenbach analysiert den Mehrwert von ausschliesslich viral konzipierten Inhalten.

Apr 27, 20132 notes
#memes #buzzfeed
Dem Deichkind sein Change Management

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Da ich seit Monaten eine moderate Form des “Cult of Less” lebe, setze ich mich intensiver mit meinem physischen Besitz auseinander. Etwa mit meiner Musik-Sammlung. Als ich gestern das Deichkind-Debüt “Bitte ziehen Sie durch” aus dem Jahr 2000 hervorkramte war ich perplex: Die Electro-Anarchos von heute starteten damals als ganz “typische” HipHopper. So mit “Beats, Cuts, Rap und Wortwitz” (Dendemann), Baggy Pants und Rucksäcken. Klingt im nachhinein nicht übel aber auch recht austauschbar: Lustiger Deutschrap zur Jahrtausendwende eben. Und ich bin mir sicher: Hätten Deichkind ihr Konzept um 2005 herum nicht radikal auf Electro umgestellt… es würde sie heute nicht mehr geben. Jedenfalls nicht als weltweit gefragtes Live-Ereignis mit knapp 700.000 Fans und Followern im Social Web. Dieses Durchbrechen der HipHop-Konventionen, des ganzen Mittelmasses der “Szene” hat ihnen damals den Arsch gerettet. Jetzt steht Deichkind für durchgeknallten Rave-Hedonismus (Halbnackt! Mit Masken & Schminke!) und lebt nicht mehr von Vinyl Tonträgern sondern von verkauften Tickets. (btw: Das Label “Showdown” auf dem sie starteten gibt es nicht mehr.) Was hat Deichkinds Neustart jetzt mit Change Management zu tun? Dafür muss man nur “Deichkind” mit “Deutschland” in Gunter Duecks Rede vertauschen…

 

Apr 22, 20130 notes
#change management #deichkind #gunter dueck
Ein doppelt schlechter Witz über Google

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Ohne nachzudenken hatte ich heute dieses Bild auf meinem Facebook-Profil gesharet. Dabei ist dieser Google-Witz doppelt doof. Das tut mir leid und ich erkläre auch warum.

1. Die Jahreszahl ist völlig übertrieben. Google würde beim jetzigen exponentiellem Wachstum der Big Data, die wir im Web hinterlassen, so etwas viel früher anbieten können. Fragt mal den neuen Mitarbeiter und Singularitäts-Anhänger Ray Kurzweil.

2. Der Witz funktioniert nur mit dem Einverständnis, das solch eine Transparenz und Verfügbarkeit von Informationen schlecht ist. Ich bezweifle aber, das die machbarkeitsfixierten Google-Ingenieure und wir selbst zukünftig ein Problem damit haben. Denn unsere Vorstellungen von Datenschutz (besser: Daten-Nichtsichtbarkeit) haben sich bereits in den letzten Facebook-Jahren massiv verändert. Würden wir per Zeitmaschine einen Menschen aus dem 1993 nach 2013 beamen - er würde uns allesamt für durchgeknallte Daten-Exhibitionisten halten. Wir finden das jedoch längst normal und profitieren gerne vom Teilen unserer Daten und unseres Wissens. Und da dieses Internet gerade von Handy-Grösse auf Armbanduhr-Grösse schrumpft oder zur Brille wird, werden wir bald noch leichter noch mehr Daten ins Netz spülen. Und wer macht sie dort wieder optimal durchsuch- und auffindbar? Richtig.

Apr 05, 20132 notes
#google #google glass #Social media #social web #facebook

März 2013

2 Einträge

Wasser in Sascha Lobos Wein

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Gegen die furchtbar richtigen Argumente der deutschen Netzgemeinde wurde das Leistungsschutzrecht (LSR) verabschiedet. Und Sascha Lobo hat in allen Punkten seiner schonungslosen Fail-Analyse  recht:

Das Leistungsschutzrecht ist der Beweis, dass man gegen die Netzgemeinde noch das allerbekloppteste Gesetz durchbringen kann: sie hat nicht die Kraft, es zu verhindern.

Dennoch schütte ich etwas Wasser in Sascha Lobos Wein. Denn einen Punkt hat er vernachlässigt: Der absehbare Fail liegt im Thema selbst. Schliesslich betrifft das LSR primär Google & andere News-Aggregatoren, (potentielle) Startups für Content-Services sowie (womöglich?) Blogger. Eine überschaubare Gruppe also. Würde das LSR zusätzlich Facebook-Nutzer beim Sharing krimininalisieren, wäre das Entrüstungspotential ein ganz anderes.

Neben der fehlenden Betroffenheit einer kritischen Masse ist das LSR auch noch schlecht außerhalb des Web zu kommunizieren: Wie soll eine Diskussion um Textlängen in Snippets und aggregierte Vorschau-Texte im Fernsehen funktionieren? Wer - aussser ein paar Hardcore-Geeks - würde Christoph Keese und Thomas Knüwer beim TV-Duell zuschauen? Ich erwähne bewusst das Fernsehen. Denn Printmedien scheiden als Verbündete oder objektive Berichterstatter aus: Die meisten Blattmacher sind selbst Nutzniesser des LSR.

Kurzum: Das Thema ist in den alten Medien aus vielen Gründen nicht vermittelbar. Und den gemeinen Social-Media-Nutzer auf Facebook oder YouTube betrifft es nicht. Zurück bleiben die Blogger sowie Google mit seiner schlichten Initiative. Aber ohne Rückenwind der klassischen Medien und einer breiten Entrüstung in Facebook und Co. reicht das einfach nicht. Jedenfalls nicht um Politiker außerhalb der Filterbubble einiger “Netz-Experten” zu beeindrucken.

Mein Fazit: Damit es Netzthemen in den Mainstream schaffen müssen sie auch in klassischen Medien vermittelbar sein. Und sie müssen einen Bezugspunkt für den Alltag der Nicht-Geeks (z.B. “Datenschutz” oder “Kindererziehung & Web”) haben. Beides war beim LSR nicht der Fall.

   

Mar 23, 20130 notes
#lsr #Leistungsschutzrecht #saschalobo
Mittagessen: Zeitung aus, Smartphone an

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Ich befinde mich in der luxuriösen Lage, zum Mittagessen Printzeitungen aus dem Büro mitnehmen zu können. Da sitze ich dann und falte mich durch die ausladenden Formate der FAZ oder SZ. Und obwohl dort diverse Artikel zu noch viel diverseren Rubriken auf mich warten: Meistens lege ich das Papier nach 5 Minuten weg und lese via Smartphone was meine Feeds hergeben. Warum ist das so? Schuld ist wohl die Filter Bubble. Denn in meinem iPhone landen tagtäglich verführerisch viele Frank-Krings-affine Artikel: Empfohlen von Algorithmen, die meine Interessen kennen. Oder von Twitter-Menschen, die meine Lieblingsthemen teilen. Dagegen kommt ein One-Size-Fits-All-Medium wie Tageszeitung nicht an. So langweilte mich die letzte angelesene FAZ mit ihren vielen Papst-Rücktritt-Artikeln. Sicher, das war wohl allgemein ein relevantes Thema. Nur für mich halt nicht. Und alles Relevante dazu hatte ich imho bereits auf SPIEGEL ONLINE am Vorabend gelesen. Ok, da waren noch andere FAZ-Artikel; etwa zum slowenischen Parlamentarismus oder zur Innenpolitik im Libanon. Das sind Inhalte wie Broccoli: Ja, man sollte zugreifen…denn es ist gut für die Gesundheit bzw. Allgemeinbildung. Trotzdem wird in meiner Aufmerksamkeitsökonomie der slowenische Parlamentarismus immer gegen Artikel meiner Lieblingsautoren verlieren. Die Filterbubble siegt also. Für den Rest (also das Broccoli) nutze ich dann die Mediathek der Öffentlich-Rechtlichen: Tagesschau, Presseclub, Weltspiegel…

Mar 02, 20131 note

Februar 2013

5 Einträge

10.000 Fliegen: Willkommen im Mainstream!

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Eine Hartz4-Empfängerin wird an ein Bordell vermittelt. Sponsoren boykottieren ein Metal-Festival wegen Nazi-Rockern. Ein US-Investor beschwert sich öffentlich über faule Franzosen. Was haben all diese Geschichten gemeinsam? Sie wurden besonders häufig in Deutschland auf Facebook geteilt, getwittert oder auf G+ geplusst. Das weiss ich jetzt dank des Düsseldorfer Startups 10000 Flies, den “Social Media Charts”. Im Gegensatz zu Rivva, wo auch häufig in Blogs verlinkte Artikel zählen, ist hier Facebook das Mass aller Dinge. Völlig zurecht: Denn auf Facebook ist der Mainstream unterwegs. Und zwischen den Interessen von Bloggern und Facebook-Usern gibt es gewaltige Unterschiede: Während in Blogs auch Netzpolitik-Artikel wie z.B. über das drohende Leistungsschutzrecht häufig verlinkt werden, sieht man bei 10000 Flies was im Mainstream funktioniert: Boulevard-Themen mit Sex & Crime und (immer ganz oben!) König Fussball. Für Social Media Junkies wie mich ist ein Blick in diese Fliegen-Charts aufschlussreich: Denn anscheinend bewege ich mich in einer kleinen Filter Bubble, in der andere Social Media Junkies mittels Social Media über Social Media schreiben. Im Gegensatz zu Rivva kommen bei 10.000 Flies meine Lieblingsartikel nicht vor. Der Mainstream liket & sharet lieber Artikel über Hartz4-Empfängerinnen im Bordell. Oder anders ausgedrückt: Nur was viele Menschen emotional anspricht, wird massenhaft geteilt. Axel Springer würde sich freuen…

PS:: Ich hätte gerne Links gesetzt, aber irgendwie funktioniert das bei Tumblr gerade nicht.

Feb 23, 20130 notes
#Social media #facebook #10000 Flies
...ich habe da mal so eine Infografik vorbereitet.

Tanzvirus: Der Harlem Shake ist #1! | Create infographics

Feb 17, 20131 note
#harlem shake #meme #infografik
Müdigkeit und der Reiz des Lean-Back-Mediums

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Vielleicht liegt es daran, das mein Privatleben momentan anstrengend ist. Oder daran, das ich heute Sascha Lobos famosen Burnout-Artikel gelesen habe. Aber mir ist gerade aufgefallen, das viele der von mir gefeierten Phänomene wie Crowdfunding, Crowdsourcing, PlagiatsjägerPlags, Wikis, LiquidFeedback oder Social TV immer einen Treibstoff benötigen: Die Interaktion. Und das ist auf Dauer anstrengend. So gerne, wie ich in einer Partei bei allem online mitreden oder bei einem verheissungsvollen Buch den Entstehungsprozess mitgestalten möchte: Ich schaffe das nur bei sehr wenigen Projekten. Und wenn ich in Blogs kommentiere, stelle ich mittlerweile die “Email-Benachrichtung bei Antworten auf deinen Kommentar”-Funktion ab. Weil ich die nächsten 27 Kommentare eh nicht lesen oder kommentieren kann. Diese ganzen Interaktions-Sachen sind “Lean Forward”: Ich muss mich über meine Tastatur lehnen, mitlesen und Input reintippen. Im Gegensatz dazu sind diskussionsfreie, völlig intransparente Produkte wie Hollywoodfilme ein “Lean-Back”-Medium: Einfach zurücklehnen, glotzen und geniessen. Motto: “Hey, die die Macher wussten schon, was sie tun. Mich brauchen sie nur noch als Zuschauer.” Nicht falsch verstehen. Ich schätze und lebe die anstrengende “Lean Forward”-Position. Etwa indem ich nach Feierabend diesen Artikel hier schreibe und überhaupt nächtlich blogge. Aber ich bin mir sicher: Es wird immer eine Nachfrage nach “Lean Back”-Medien geben, wo meine Interaktion wurscht ist. Und vieles was mit “Crowd..” oder “Liquid…” anfängt wird am Homer Simpson in uns scheitern.     

Feb 13, 20132 notes
#crowdsourcing #crowdfunding #Social media
Was das Buch dem Social Web voraus hat

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Wo fängt das bloss an, und wo hört es auf? So dachte ich als mir Kollegen einen Kundendialog aus Facebook mailten. Es war leider kein Screenshot, sondern Copy & Paste und sah aus wie eine Druckversion von Facebook. Es war dann recht mühselig diesen Dialog der richtigen Person zuzuordnen. Zumal das Ursprungsposting von einem “Heavy User” stammte und in seiner Timeline bereits nach unten rutschte. Worauf ich hinaus will: Alle Inhalte in Social Media sind verdammt flüchtig. Leider auch die guten. Und daran werden weder Twitter-Archive noch eine smarte Facebook-Suche etwas ändern. Denn der Aggregatzustand des Social Web ist der Stream; der endlose Strahl ohne Anfang und Ende. Um daraus guten Content zu sichern ist ein anderes Medium notwendig. Ich nenne es jetzt einfach mal: das Buch. Genauer gesagt “Sachbuch”. Zur Inhalte-Sicherung und Veredelung hat jetzt die Q&A-Plattform Quora ihre besten Dialoge “verbucht”: Ausgewählte Fragen & Antworten der User sind als Ebook verfügbar. Leander Wattig und Marcel Weiss haben im Neunetz-Podcast diesen Charakter des Buches (ab 30.min) als “Container” gegenüber Social Media fein herausgearbeitet: Das Buch ordnet Inhalte ein, führt verschiedene Quellen zusammen und ist ein Service-Angebot in der Informationssuche. Hier ergänzen sich Social Media als Stream und das Sachbuch als Container.

p.s.: Natürlich ist der Container nur ein Aspekt des Buches. Inhalte von Ebooks können ganz im Gegenteil auch “flüssiger” und Social Media ähnlicher werden. Etwa im Sinne einer Versionalisierung, eines Remixes oder durch Social Reading. In diesem Beitrag geht es mir jedoch um ein Alleinstellungsmerkmal des Mediums Buch.

Feb 11, 20132 notes
#socialmedia #buch #facebook #quora #literatur
Die Zukunft: Marken werden egal

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Viele belächeln diese Branche, ich lese immer wieder gerne davon: Was die Trendforschung so für die nächsten Jahre prognostiziert. Hier beschreibt Trendforscher Christopher Sanderson rotzfrech was er über grosse Marken (Louis Vuitton ist sein Kunde!) denkt:

Wir beobachten, dass Marken an Bedeutung verlieren. Bei der Ernährung, beim Wohnen, in der Mode. Wir sind (…) nicht an der Marke interessiert, sondern an einer Dienstleistung. Diese können auch andere erbringen.

Demnach wird Apple bald von asiatischer Konkurrenz ersetzt. Und einem weiteren feuchten Traum jedes Konzernlenkers erteilt Sanderson ebenso eine Absage: Es gibt keinen steigenden Massenkonsum mehr, im Gegenteil:

Die Konsumenten in der westlichen Welt werden in Zukunft weniger Geld ausgeben. Es wird kein Wachstum mehr geben.

Ich beobachte diese Trends in meinem Umfeld schon lange. In den 90ern fing es mit H&M und Second-Hand-Mode an. Keiner trug das wegen der Marke, sondern weil es billig war und trotzdem irgendwie hip aussah. Ok, das waren Studenten-Jahre. Aber auch heute nehme ich in meiner Peer Group einen Unwillen für große Investitionen, zB in Autos oder Möbel wahr. Ein effizienter Großstadt-Flitzer sowie ein Mix aus IKEA und alten Lieblingsmöbeln tun es auch. Wenn überhaupt wird in Erlebnisse wie Reisen investiert. Außerdem reduzieren sich Konsumkosten für Medien wie Zeitungen, Musik oder Games durch die Digitalisierung. Denn im Web sind all diese Güter preiswerter als offline, oft sogar kostenlos: Etwa Online-Ausgaben von Zeitungen, Gratis-Mixtapes von Musikern oder Browser-Games mit Freemium-Pricing. (btw: Das muss nicht weniger Einnahmen für die Anbieter bedeuten. Viele Kosten durch Produktion, Zwischenhändler oder Lagerung entfallen schliesslich.) Aber den Offlline-Gütern erwächst neben billigeren digitalen Angeboten noch eine weitere Konkurrenz: Schon heute können manche Geeks einfache Produkte wie Besteck oder Aschenbecher via 3D-Printing selbst endlos duplizieren. Wenn diese Kopierer einmal massenkompatibel sind, werden uns sogar IKEA-Preise fürs Billy-Regal zu hoch erscheinen. Will sagen: Ich glaube dem Trendforscher. Die Zeit der teuren Konsumgüter und des Marken-Kultes ist vorbei.    

Feb 05, 20130 notes
#3D Printing #Downsizing #Konsum #digitalisierung

Januar 2013

6 Einträge

Ach, Vine. Über Procrastination Generated Content

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Ich bin bei so spassgetriebenen Apps für die Erstellung von Inhalten gerne dabei. Am Anfang. Siehe auch hier meine optimistische Einschätzung des Wackelbilder-Generators Cinemagram. Und jetzt hype ich n.a.t.ü.r.l.i.c.h. auch Vine, eine App für 6-sekündige Film-Loops. Das Schöne daran ist seine Schlüssellochartigkeit, die auch schon Path beflügelte: Du schaust für 6 Sekunden in das direkte Umfeld der User. Und dann siehst du z.B. Sascha Lobos rhetorisch krass überhöhte Zugeinfahrt. Oder mich beim sinnlosen Mützenposing. Andere User setzen ganz auf Voyeurismus: Sie filmen sich beim Porno-Gucken und errreichen durch Hashtags wie #VinePorn massenweise Likes. Was auch immer auf Vine via Zeigefinger gedreht und geloopt wird - die App lebt von der Kreativität ihrer Nutzer. Und das ist Segen und Fluch zugleich. Denn bei Vielen wird der Schaffensdrang auf Dauer erlahmen. Oder geht das nur mir so? Nach der ersten Begeisterung lösen solche Apps bei mir Prokrastination aus: Ich müsste eigentlich mal dieses coole Exemplar Frankfurter Sticker Art für Path knipsen. Aber…och, nö. Nicht heute. Und irgendwann hast du dich innerlich von der App verabschiedet. Aber bis dahin wird meine Timeline noch ein wenig mit gefilmten Murks genervt.

Jan 31, 20135 notes
#Vine #Prokrastination #Social media
Ein Aufschrei gegen bräsige Selbstgewissheit

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Italiener waren “Spaghettifresser”, Türken folgerichtig “Knoblauchfresser”, Homosexuelle “pervers” und die Prügelstrafe ein Pro & Contra-Thema. Außerdem waren Familien-Briefe nur an den Mann adressiert, Vegetarier galten als Freaks und der Nichtraucherschutz war ein Witz. Und ich schreibe hier nicht über die finsteren 50er sondern über westdeutschen Alltag in den frühen 80ern. Seitdem gab es hierzulande mehrere Zivilisationsschübe die mehr Rücksichtnahme beim - platt formuliert - “typischen deutschen Mann” erreichten. Jetzt könnte die Sexismus-Debatte um Brüderle mitsamt den #Aufschrei-Tweets einen weiteren Zivilisationsschub auslösen. My two cents:

  • Anti-Sexismus funktioniert nicht über Anti-Sexualität. Die Erregbarkeit von Männern durch die weibliche Physis lässt sich nicht wegregulieren. Das gilt auch für ältere Männer, die im Berufsalltag auf junge Frauen treffen. Die einzige Lösung wäre eine räumliche Trennung im Arbeitsleben mit Vollverschleierung, wie in einigen islamischen Ländern üblich.
  • Sexismus ist ein Machtmittel, keine blosse Sittenwidrigkeit. Es gibt für Männer unterschiedliche Mittel, Frauen in Konkurrenzsituationen zu verunsichern: Die Reduktion auf ihren Körper ist eine davon. Aber es kann auch die Betonung ihrer Mutterrolle (“Wenn Sie erst mal Kinder haben…”) oder ihrer Partnerschaft (“Was sagt Ihr Partner zu den Überstunden?”) sein. Besonders mittelalte Männer in Machtpositionen sind in ihrer bräsigen Selbstgewissheit Meister im Konkurrenten-Verdrängen: Jeder der weiblicher, farbiger, homosexueller, jünger oder innovativer ist dringt einfach nicht durch. Hier ist der “Altherrenwitz” nur ein weiteres Mittel zur Selbstvergewisserung der peer group und Verunsicherung der neuen Eindringlinge: Frauen. Und umso mehr Frauen in diese Positionen wollen, umso häufiger wird Sexismus als Waffe eingesetzt werden. Deswegen sollte “Macht” das Thema sein, nicht “Lust”. Ein Framing des Anti-Sexismus im Kontext von Lustfeindlichkeit wäre fatal.

tl;dr: Sexismus ist kein Problem von zuviel Sexualität sondern von Machterhalt.

Jan 26, 20132 notes
#sexismus #aufschrei
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