Social TV: Kein Zurücklehnen, dafür immersiv

In meiner Lieblingskneipe gibt es jetzt ein “Apple-TV”. Der Wirt hasst es. Ich hasse es. Man braucht die Fingerfertigkeit eines Uhrmachers anno 1855 um per Fernbedienung im YouTube-Kanal ein Video auszuwählen und abzuspielem. Nach Ende des Videos geht der “Spass” dann wieder von vorne los. Fummel, fummel, klick, klick, Unter-Menü, Unter-Unter-Menü. Und auf der IFA wurde ernsthaft ein “Smart TV” mit 2 Fernbedienungen (eine für TV, eine für Internet) angeboten. Das ist Bullshit. Für mich beginnt die Verschmelzung von Internet und TV jeden Sonntag abend beim Tatort-Gucken. Mein Second Screen ist das Smartphone mit dem ich #tatort auf Twitter verfolge…u know the steez. Direkt nach dem Tatort gibt es jetzt auf YouTube einen Google Hangout names “Digitales Quartett”. Mit digitalen Topcheckerbunnies wie Thomas Knüwer (siehe Foto) oder Daniel Fiene zu, nun ja, akuten digitalen Themen. Und das ist noch mehr social als das Twitter-Geraune via #tatort. Denn in der Sendung werden Tweets mit #Quartett tatsächlich live gelesen und kommentiert. Auch meine Tweets wurden in der letzten Sendung erwähnt. Das hatte eine ganz weirde Wirkung…man schaut einen Kanal und kann das Gesehene selbst beeinflussen. In Echtzeit. Per Twitter. Verrückt irgendwie und höchst immersiv. Das hat mit Fernsehen als most passive Leanback-Medium natürlich nichts mehr zu tun. Dafür bist du plötzlich involviert - live ist live. Vielleicht ist das die Zukunft: Einerseits der zurückgelehnte Konsum von Spielfilmen & Serien. Andererseits Live-TV mit Echtzeit-Einbindung des Social Web. Wieauchimmer, hier ist die letzte Folge des Digitalen Quartett. Es ging um Google vs Bettina Wulff, irgendwelche Geräte und den Gefällt-Mir-Nicht-Knopf auf Facebook.
