2012: Digitale Etablierung statt Killer-Apps

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Gab es 2012 die Killer-App oder den digitalen Trend der alles aufgemischt hat? Ich glaube nicht. Selbst Disruption-verliebte Blogs wie t3n oder netzwertig sind in ihren Jahresrückblicken ungewohnt verhalten. Was ich in meinem Umfeld beobachte, ist dafür ein breite Etablierung digitaler Tools und Services.

UPDATE vom 03.01.2013. Thomas Knüwer sieht das in seinem Jahres-Rückblick ganz ähnlich:

Doch 2012 fühlte sich an wie ein Jahr der Konsolidierung. Umhauende Neuigkeiten gab es nicht, stattdessen wuchsen eine ganze Reihe vorhandener Dienste rasant in den Alltag der Menschen.

Ein paar Beispiele: Kollegen, die noch 2011 ein iPhone als “Angeberei” oder “Spielzeug” abtaten, tragen plötzlich stolz ihr Smartphone in Meetings spazieren. Und meine Eltern investierten nach anfänglichem Zögern in ein (Aldi-)Tablet auf Android-Basis. Derweil organisiert sich mein wenig geekiger Stammtisch über Whatsapp. Und webferne Branchenmedien tauschen endlich ihre sperrigen Kommentarfunktionen gegen das socialwebbige Disqus aus. Last but not least: Sogar im von Digitalen belächelten Pantoffelkino lesen jetzt "Twitter-Tussis" die Tweets zum Hashtag der Sendung vor. Ich könnte noch etliche Beispiele für die Etablierung des Digitalen in ungewohnten Kontexten aufführen. Was zählt ist: 2012 war nicht das Jahr des großen Disruptoren XY. Sondern das Jahr einer neuen digitalen Selbstverständlichkeit. Während also Firstmover über Path, Amen, Social Discovery das nächste große Ding bloggten ist die digitale Kluft wieder ein Stück kleiner geworden. Fortschritt im Sinne des Hype-Zyklus.